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Interkulturelle Verhaltensregeln für Deutsche in chinesischsprachigen Ländern

Begrüßung

  1. Händeschütteln ist im chinesischen Kulturraum eine relativ neue, aus Amerika übernommene Geste. Warten Sie ab, ob man Ihnen die Hand zur Begrüßung reicht. Ein Mann schüttelt einer Frau nur die Hand, wenn diese das zuerst anbietet.
  2. Bei der Begrüßung überreicht man seine Visitenkarte (mit beiden Händen, Text für den Empfänger lesbar).
  3. Beim Überreichen der Visitenkarte sagt man seinen Namen.
  4. Wenn man eine Visitenkarte bekommt, liest man sie vollständig durch, bevor man sie in die Tasche steckt.
  5. Visitenkarten sollte man aus der Brusttasche ziehen (am Besten aus einer speziellen Dose). Niemals aus der Hosentasche oder dem Portemonnaie!
  6. In der Anrede verwendet man akademische Titel oder (hohe) Funktionsbezeichnungen. Z.B. „Gao boshi“ (Doktor Gao), „Huang laoshi“ (Lehrer Huang) oder „Chen jingli“ (Manager Chen).

Geschäftliche Treffen

  1. Bei Geschäftstreffen muss man pünktlich sein. Nur große Kunden oder Vorgesetzte kommen manchmal zu spät: Sie zeigen damit, dass sie wichtig sind.
  2. In Taiwan bietet man Besuchern und Besucherinnen in der Firma Tee, Kekse und Erfrischungen, aber keinen Alkohol an.
  3. Der Gastgeber zeigt Besuchern aus dem Ausland gerne die Sehenswürdigkeiten.
  4. Lob für das Gastland und das Bemühen um die chinesische Sprache werden mit Wohlwollen aufgenommen. Lernen Sie ein paar Brocken chinesisch: xiexie, hen hao, hen mei. (siehe Sprache)
  5. Klar seine Meinung zu sagen ist unhöflich. Reden Sie ein bisschen um das Thema herum und lassen Sie Ihren Gesprächspartner durch Nebensätze wissen, was Sie wirklich denken.

Essen

  1. Geschäftsbesprechungen finden in der Regel in Restaurants statt.
  2. Wenn Sie als Gast zum Essen eingeladen werden, essen Sie zuerst.
  3. Klopfen Sie nicht mit Ihren Essstäbchen an die Schüssel, das tun nur Bettler.
    Sie signalisieren damit, dass Sie für Bestechungen offen sind!
  4. Die wichtigsten Gäste sitzen an der rechten Seite des Gastgebers.
  5. Nach einer geschäftlichen Besprechung lädt man die Kunden in ein Restaurant oder in eine Kneipe/Bar/Nachtbar ein. Dabei kann viel Alkohol getrunken werden. Trinken Sie mit, aber gehen Sie, bevor Sie betrunken sind!
  6. Es ist unhöflich, dem Gastgeber das Nachfüllen zu verwehren. Prosten Sie stattdessen reihum und trinken Sie mit großer Geste aus. Ihren Mundvoll Schnaps können Sie dann in Ihr Taschentuch „husten“.
  7. Putzen Sie sich bei Tisch nicht die Nase. Rülpsen ist dagegen kein Affront.
  8. Wenn man mit dem Chef oder einem Vorgesetzten zum Essen geht, wird dieser bezahlen. Wehren Sie sich nicht stark dagegen, denn er wahrt dadurch sein Gesicht.

Alltag

  1. Wenn Sie einen chinesischen Bekannten auf der Toilette treffen, grüßen Sie nicht, das wird als unangenehm empfunden.
  2. In vielen Teilen Asiens tauscht man vor einer Besprechung oft Zigaretten aus. Wenn man eine Zigarette angeboten bekommt, nimmt man sie als Zeichen der Verbundenheit. Wenn man Nichtraucher ist, steckt man die Zigarette in die Brusttasche.
  3. Der Gastgeber holt Geschäftspartner am Flughafen ab.
  4. Der Gastgeber bezahlt das Hotel für den anreisenden Geschäftspartner.
  5. Je nach Volumen des Verkaufs schenkt man seinem Geschäftspartner eine „Prämie“.
  6. Es ist sehr wichtig, passende Kleidung in der Firma oder zu einer Geschäftsbesprechung zu tragen.
  7. In Taiwan gefällt das Wort „Fräulein“ (xiaojie 小姐) den meisten Frauen, egal ob sie alt oder jung sind. „Frau“ (taitai 太太) bedeutet „verheiratete Frau“.
  8. Wenn man eine Einladung nach Hause bekommt, ist es üblich, ein Gastgeschenk mitzubringen. Obst ist eine gute Wahl.
  9. Man öffnet Geschenke nicht vor den Augen des Schenkenden, sondern erst, wenn dieser nach Hause gegangen ist.
  10. Wenn jemand spricht, ist es unhöflich, ihn zu unterbrechen.

Volksglauben

  1. Verschenken Sie keine Uhren, denn das bedeutet, dass Sie dem Beschenkten den Tod wünschen.
  2. Verschenken Sie keine Handtücher, die sind für Beerdigungen reserviert.
  3. Verschenken Sie keine Schirme, denn das bedeutet, dass Sie sich trennen möchten.
  4. Verschenken Sie keine weißen oder gelben Blumen, das sind Farben für Beerdigungen. Eine Ausnahme sind weiße Lilien, sie heißen – wörtlich übersetzt – „Blumen der vollkommenen Harmonie“.
  5. In geschlossenen Räumen öffnet man keinen Schirm, das bringt grßees Unglück.
  6. Schreiben Sie Namen (auch Ihren eigenen) nicht mit roter Farbe, das bringt Unglück.

 


Zuletzt bearbeitet: 15.10.2009. Weitere Informationen bei chinalink.de.
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