Chinalink - Kultur Die chinesische Medizin

Pharmazeutik

Danshen tuDie Pharmazeutik wurde zum ersten Mal von Zhang Ji Zhang Ji (Zhang Zhongjing Zhang Zhongjing,150 (?)-219) systematisiert. Eines seiner Werke ist auch heute noch ein grundlegendes Werk der traditionellen chinesischen Medizin; es wurde in zwei Teilen neu aufgelegt: das Shang han lun shanghanlun "Abhandlung über verwundete Kälte", in welchem Krankheiten behandelt werden, die einen Hitzeeffekt verursachen, und das Jinkui yaolüe fanglun Jinkui yaolüe fang lun "Grundlegende Verschreibungen der goldenen Kammer", in dem über 40 Krankheiten und über 260 Heilmethoden verzeichnet sind.

Der Klassiker der chinesischen Pharmazeutik ist das Bencao gangmu bencao gangmu ("Verzeichnis der materia medica") von Li Shizhen Li Shizhen (1518-1593), das er auf der Basis von Heilpflanzen (bencao heißt wörtlich "Wurzeln und Gräser", steht aber für Pflanzen und Mineralien allgemein) und seiner eigenen Feldforschung in Jiangxi, Anhui und Jiangsu aufzeichnen konnte. Das Werk wurde im Jahre 1552 begonnen und 1578 abgeschlossen. Es umfaßt die drei Kategorien Kräuter (1.094 Sorten), Tiere (444 Sorten) und Mineralien (275 Sorten), die in 16 Kapitel mit 62 Unterabteilungen klassifiziert wurden. Es enthält über 1.000 Abbildungen und über 10.000 Rezepte. Dieses Werk wurde dreimal vollkommen überarbeitet, in viele Sprachen übersetzt und wird heute noch immer wieder neu aufgelegt. Modell zur Bestimmung Akupunkturpunkte

Kontakt mit dem Westen

Mit der Jesuitenmission hielt auch die westliche Medizin in China Einzug. Besonders hervorgetan hat sich dabei Pater Johann Schreck (1576-1630). Im 19. Jh. wurden überall in China Krankenhäuser westlichen Stils und Medizinische Schulen errichtet. Im Jahre 1671 erschien in Grenoble das Werk eines unbekannten Missionars "Les Secrets de la médecine chinoise" (Geheimnisse der chinesischen Medizin), gefolgt im Jahre 1682 von M. Boym: "Specimen medicinae sinicae" und 1686 von A. Cleyer: "Clavis medica ad chinarum doctrinam de pulsibus", einem Werk über die chinesische Methode der Pulsdiagnose. Damit war in Europa nicht nur die Pulsdiagnose bekannt geworden, sondern auch die Methode der Impfung gegen Pocken, die Akupunktur und Moxibustion sowie die Behandlung mit Gymnastik und speziellen Atemtechniken.

Heute interessieren sich immer mehr Ärzte und Wissenschaftler für die traditionelle chinesische Heilkunde, die nur im ganzheitlichen Zusammenhang mit ihren zugrundeliegenden Konzepten der Ströme vitaler Energien (qi), dem "Gedächtnis" der Organe etc. verstanden werden kann.

 


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Zuletzt geändert am 27. Nov 02
von
Wolfgang Odendahl, Chinalink.de.