Seit der Song- Zeit
wird im Jingdezhen
- Ofen Porzellan hergestellt und bis heute ist Porzellan aus der Gegend
von Jingdezhen für seine hohe Qualität berühmt. Während Jingdezhen in der Yuan- Zeit noch ein
rein "kaiserlicher" Ofen (guanyao
) war, der ausschließlich auf Befehl des Kaiserhofes
arbeitete, produzierte man seit der Ming- Zeit neben der kaiserlichen Keramik auch für den öffentlichen
Markt. Die Porzellanerzeugnisse wurden weiterhin nach ihren Herkunfts- Brennöfen benannt,
deren Namen sich wiederum nach den Jahresdevisen der jeweiligen Regierungsperiode
richtete. In der Qing- Zeit
richteten sich die Namen des Porzellans nach dem Familiennamen des beaufsichtigenden
Beamten, so da?eine Vielzahl von neuen Namen auftrat.
In der Ming- Zeit
gab es den Dehua yao
-Ofen, der weißes Porzellan in außerordentlich hoher Qualität
produzierte. Die Glasur war glatt wie weißer Nephrit ("Jade") mit einer
Andeutung von Elfenbeinfarbe. Während man diese Farbe in China selbst als
"Elfenbein" etc. bezeichnete, wurden die Stücke, die nach Europa (Frankreich)
gelangten, "blanc de Chine, China- wei?quot; genannt. Die
meistimportierten Porzellanerzeugnisse dieser Zeit waren buddhistische Statuetten von
hoher Detailgenauigkeit. Sie trugen entscheidend zu dem guten Ruf bei, den chinesisches
Porzellan in Europa heute noch genießt.
Bemerkenswert
sind auch die seit der Ming- Zeit verstärkt hervortretenden ausländischen Einflüsse.
Während schon im 10. Jh. vereinzelt Stücke auftraten, die als Hommage an die Araber mit
arabischer Schrift verziert waren, häuften sich solche Fälle jetzt. Auch in Form und
Verzierung kann man oft arabische Einflüsse feststellen. Als sich in der Qing- Zeit der Blick
auf die europäische Kultur zu richten begann, schuf man europäisch- idealisierte
Meisterwerke, die allerdings z.T. außerordentlich kitschig anmuten können. Die
wichtigsten Perioden der Qing- Zeit sind die Kangxi-
(1662-1722) Yongzheng (1723-1735) und Qianlong- (1736-1795) Perioden. Im Langyao
-Ofen entwickelte man eine
rote Glasur, die es als langyao- Rot zu einigem Ruhm brachte. Weil die Glasur
relativ flüssig war, rann sie beim Brennen langsam nach unten, was zu einem attraktiven
Farbverlauf von reinwei?an der Mündung zu dunkelrot am Boden führte.
Von den über 1.700 Jahren
ununterbrochener Entwicklung profitierten Porzellanfabriken in aller Welt. Es gibt keine
Kultur, deren Porzellanherstellung nicht nachhaltig von China beeinflußt ist.
Nach der Qianlong- Periode sank die Qualität des chinesischen Porzellans durch
Massenproduktion bis weit unter ausländisches Niveau, aber in neuerer Zeit besinnt man
sich auch hier wieder auf die traditionellen Brennmethoden und experimentiert mit neuen
Kreationen.