Geschichte der Brennöfen
Schüssel mit Lotosgravierung

In der Song- Zeit verlagerte sich die Porzellankultur von Süden nach Norden. Neue Brennöfen sprossen wie Pilze aus dem Boden. Ständig wurden verbesserte Methoden der Porzellanherstellung eingeführt und mit Mustern experimentiert. rote Vase, Song

Der älteste Ofen der nördlichen Brennkultur war der Dingyao dingyao- Ofen im heutigen Hebei. Dort entwickelte man außer reinweißen Glasuren auch Mischungen, mit denen man verschiedenfarbige Glasuren brennen konnte, anstatt nachträglich Muster aufzumalen. Besonders bemerkenswert ist die Entwicklung der Reliefmuster auf reinweißem Porzellan, deren Kunstfertigkeit unübertroffen ist.
Die Vasen und Flaschen aus dem Dingyao- Ofen sind innen und außen glasiert, im Mündungsbereich jedoch aus technischen Gründen ohne Glasur. (mangkou mangkou) Dort trug man nachträglich dünne Plättchen Kupfer, Silber oder Gold auf, wenn es sich um ein wertvolles Stück handelte.

Gegen Ende der Song- Zeit gelang ein Durchbruch bei der Farbgebung der Glasur. Während man in der Sui- und der Tang- Zeit hauptsächlich grünliches oder weißes Porzellan anfertigte, schaffte man es in der heutigen Provinz Henan im Junyao junyao (Ortsname)- Ofen, Metalloxide in die Glasur zu mischen, die beim Brennen Schattierungen von Rot ergaben. Ein besonders schönes Beispiel ist links abgebildet: Es handelt sich um eine Vase aus dem Junyao- Ofen vom Ende der Song- Zeit, bei der durch die verlaufenden Glasuren, die Kupfer enthalten, ein eindrucksvoller Effekt entstanden ist.

Der Cizhou Cizhou- Ofen in der heutigen Provinz Hebei brachte in der Song- Zeit schwarzes und weißes Porzellan von hoher Qualität hervor. Die Besonderheit der weißen Glasur ist ihre große Reinheit, die auch heute noch nur von bestem Porzellan erreicht wird. In Cizhou wurden auch Stücke von weißem Prozellan mit schwarzem oder rotem Muster, schwarzes Porzellan mit weißem Muster, gelbes Porzellan mit schwarzem Muster, grünes Porzellan und leicht durchsichtiges Porzellan hergestellt. Vor allem die zweifarbige Gestaltung in schwarz-wei?Opposition hat Cizhou- Porzellan damals berühmt gemacht. Damit wurde die Grundlage für das mehrfarbig gebrannte Porzellan späterer Zeiten gelegt. Heute steht der Ofen nicht mehr. Ruyao- Ware

In der nördlichen Song- Zeit war vor allem der Ruyao ruyao- Ofen technisch innovativ. Er ist auf Befehl des Huizong- Kaisers erbaut worden, um die grünlich glasierte Keramik zu produzieren, die an verdiente Beamte und bei Staatsbesuchen verschenkt wurde. Man nannte Öfen, in denen Porzellan für diesen Zweck hergestellt wurde, Guanyao guanyao, "Beamtenöfen". Das dort produzierte Porzellan war und ist international für seine hohe Qualität bekannt. Um möglichst wenig Stellen des Porzellans unglasiert zu lassen, stellte man die zu brennenden Gegenstände auf spitze Nägel, die auf der Unterseite des fertigen Produkts kleine Spuren zurückließen, heute - zusammen mit der hohen Qualität - Erkennungszeichen für Ruyao- Ware.

Im Jahre 1127 wurde von den Jin eine Invasion von Norden nach Süden durchgeführt, in deren Verlauf alle nördlichen Brennöfen ihre Produktion einstellten. Nachdem die Song ihre Macht im Süden wieder einigermaßen konsolidiert hatten, entstand dort auch eine neue Porzellanproduktion mit dem Longquan longquan- Ofen im Zentrum. Um diesen herum waren in der Südlichen Song- Zeit über zwanzig Gebiete mit über 100 Brennöfen entstanden, die Porzellan mit grünlicher Glasur, das nach wie vor als das Beste galt, herstellten. Der Longquan- Ofen wird in die zwei Generationen des "älteren Bruders", Schale mit zwei Henkeln Geyao geyaound des "jüngeren Bruders", Diyao diyao unterschieden. Ob die Überlieferung, da?es sich hier um die Gebrüder Zhang Zhang gehandelt hat, oder ob die Unterscheidung nach der Qualität des dort produzierten Porzellans getroffen wurde, kann nicht mehr festgestellt werden. Fest steht, da?das dort produzierte Porzellan sich in den folgenden Punkten unterscheiden läßt: Die Farbe des Scherben kann in der Farbe variieren zwischen Eierschale bis hellbraun, dunkelgrau oder schwarz. Die Glasur ist verhältnismäßig dünn, was den ästhetisch sehr ansprechenden Effekt der "Crackerware" hervorruft.

Teeschale mit eingelegtem Blatt in GoldEine besondere Entwicklung machte der Jianyao Jianyao - Ofen in Fujian durch. Die dort entstandenen Werke sind tiefschwarz grundiert und mit hellen, oft goldenen, Mustern verziert, was einen sehr reizvollen Effekt ausmacht. Eine Abbildung von dort hergestellten Teeschalen soll diesen Teil beenden. Ein Blattskelett wurde kunstvoll vergoldet und in die schwarze Grundglasur eingearbeitet. Schwarze Teeschalen waren für den damals getrunkenen Pulvertee (ähnlich dem sencha, wie er heute in Japan getrunken wird) sehr geeignet, da sie stark zu der Flüssigkeit kontrastierten.


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Zuletzt geändert 27.11.02. Für nähere Informationen: chinalink.de.
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