Chinesische Keramik
he- Krug aus der Longshan- Kultur

Die Feinkeramik und damit die Porzellankunst ist eine der großen Erfindungen der chinesischen Kultur und hat die ganze Welt beeinflußt.
Die einfachste Irdenware besteht aus Ton, wie man ihn in der Erde findet. Die beste Erde für die Tongewinnung findet man im Gebirge. Je nach Grad der Verfeinerung wird er aufbereitet, gereinigt, gelagert und manchmal mit Sand vermischt. Die Brenntemperatur für diese einfache Keramik liegt unter 1.200?C, der Grenze zum Porzellan. Um die Festigkeit zu erhöhen, verfiel man bald darauf, die Tonware zu glasieren. Schon die Gefäße aus der Shang- und der Zhou- Zeit, die eine dünne grünliche, grün-gräuliche oder bräunliche Glasur aufweisen, sind bei deutlich höheren Temperaturen gebrannt worden. Während schon die Glasur der Keramikfunde aus der Zhou- Zeit Spuren von Eisen aufweist (das wahrscheinlich zu der bräunlichen Farbe beigetragen hat), war die Technik des Glasierens in der Han- Zeit schon weiterentwickelt. Ab welchem Zeitpunkt man von chinesischem Porzellan sprechen kann, ist noch umstritten; teils, weil sich die chinesischen Begriffe nicht völlig mit den hier gebräuchlichen decken, teils, weil sich auch die chinesischen Fachleute nicht einig sind, ab zun- Opfergefäß für Alkoholwelchem Zeitpunkt man von Porzellan sprechen kann. Die neolithische Keramik der Yangshao- und Longshan- Kulturen wurde bei ca. 1.000°C gebrannt und reicht von Nutzgefäßen, wie dem he- he (Sauciere) Krug (der für Saucen etc. verwendet wurde) bis zu Kultgefäßen für Opfergaben, wie z.B. dem zun- zun- Opfergefäß Gefäß für Trankopfer (links). Das Gefäß ist unregelmäßig geformt und die Dichte des verwendeten Materials reicht nicht aus, Flüssigkeiten über längere Zeit darin aufzubewahren.

zhong- GefäßEs gab einen ständig wachsenden Bedarf an Gefäßen mit hoher Wasserdichte für die Aufbewahrung von Flüssigkeiten, so da?man die Brenntechnik ständig weiterentwickeln mußte. Ziel war es, höhere Temperaturen zu erzielen und für die Glasur Materialien zu verwenden, die beim Brennen sauber und dicht verglasten. In der Han- Zeit war man soweit, da?die Brenntemperaturen ausreichten, eine relativ hohe Wasserdichte zu gewährleisten. Diese Glasuren hatten einen braun- grünlichen Ton bei der Glasur zu erzielen. Das rechts abgebildete zhong- Trankopfer- Gefäß aus der Östlichen Han- Zeit (25 - 200) hat eine aschbraune Färbung und ist mit mit Wolkenmustern verziert.


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Zuletzt geändert 27.11.02. Für nähere Informationen: chinalink.de.
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